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Seit vier Generationen vor dem Ofen – Heute besteht die Bäckerei Deckers hundert Jahre – Rheinische Post vom 19.02.1963

WALBECK. Am heutigen Dienstag, dem 19. Februar, kann die Bäckerei Deckers auf ihr hundertjähriges Bestehen zurückblicken und diese hundert Jahre ist sie ununterbrochen im Besitz derselben Familie. Am 19. Februar 1863 erwarb Bäcker Wilhelm Deckers, geboren am 22.8.1823 in Hartefeld, mit seiner Ehefrau Maria Catharina de Stuers das heutige Anwesen am Marktplatz in Walbeck für 1800 Taler preußische Courant, wi es im Kaufvertrag heißt, den der Notar Alexander Albert Franoux zu Geldern ausfertigte.
Verkäufer war der Ackersmann Goswin W. Passer, wohnhaft in Straelen – Vorst. Letzterer hatte das Haus am Walbecker Marktplatz, flächenmäßig groß 51 Ruten und 80 Fuß, in einem öffentlichen Verkauf, der in der Wohnung des Beigeordneten Ludwig Leenen am 8. April 1861 stattfand, von den Eheleuten Jakob Paron und Petronella Ingenerf erworben, aber selbst hatte er es nicht bewohnt. Der Kaufpreis betrug 1861 1615 Taler plus 10% Aufschlag. Wilhelm Deckers scheint das Haus bereits vor dem endgültigen Kauf bezogen zu haben. Interessant an diesem Verkauf ist der Umstand, dass ausdrücklich vermerkt wird, auf dem Haus laste eine Rente von jährlich einem halben Pfund Wachs zugunsten der Kirche in Walbeck. In diesem Hause und in den dazu gehörigen Gebäulichkeiten befand sich eine Bäckerei, von wem sie vorher betrieben wurde, wird nicht erwähnt. Es heißt nach der Familientradition, Wilhelm Deckers, zunächst von Beruf Landwirt, habe erst das Bäckereihandwerk erlernt, als er das Haus am Markt erworben hatte.
           
Zugleich mit dem Kauf des Wohnhauses am Markt erwarb Wilhelm Deckers von Goswin W. Passer noch 2 Parzellen Ackerland, groß ein Morgen 86 Ruten. Weiter erwarb er von Peter Johann Passer aus Straelen ebenfalls am 19. Februar 1863 noch 3 Parzellen Ackerland, bzw. Wiese, groß zusammen 4 Morgen, 10 Ruten und 50 Fuß für einen Preis von 400 Talern. In dem Wohnhaus am Marktplatz betrieb Wilhelm Deckers neben der Bäckerei eine Schenkwirtschaft. Nach seinem Tode im Jahre 1886 übernahm Sohn Hermann Deckers den väterlichen Betrieb, der durch eine Kolonialwarenhandlung erweitert wurde und auch sonst durch Fleiß und Geschicklichkeit einen bedeutenden Aufschwung nahm.

Als Schenkwirt war Hermann Deckers eine weit über die Gemeinde hinaus bekannte und geachtete Persönlichkeit, durch sein zuvorkommendes Wesen und seine Freundlichkeit bei allen beliebt. Im Jahre 1911 übernahm er nach dem Tode des Bürgermeisters Joh. Seyen auch die Postagentur Walbeck, die bis zum Ende des zweiten Weltkrieges im Jahre 1950 im Hause verblieb und zuletzt von der Tochter Maria verwaltet wurde. Nach dem Tode von Hermann Deckers (am 27.7.1935) übernahm sein Sohn Willi Deckers die Bäckerei und Schenkwirtschaft und führte den Betrieb in der dritten Generation in bewährter Weise fort. Die Entwicklung der Gemeinde Walbeck zum bekannten Spargeldorf am Niederrhein brachte es mit sich, daß Willi Deckers die Schenkwirtschaft zu einem Gasthof erweiterte (heute Gasthof „zu den drei Kronen“ genannt), der nicht nur in der Spargelzeit, sondern auch während des ganzen Jahres einen überaus lebhaften Zuspruch von Gästen vom ganzen Niederrhein erhält und sehr geschätzt ist.

Von den drei Söhnen des heutigen Besitzers ist der zweite (Berni) mit dem Vater zusammen in der Bäckerei tätig und wird voraussichtlich der vierte Bäcker in der Familientradition werden. Das Geschäftsjubiläum der Bäckerei Deckers darf wohl ein Anlaß sein, einmal Rückschau zu halten auf ihre Entwicklung und ihren Aufstieg zu der heutigen Bedeutung.

Haus Deckers GbR - Poststube und Posthotel am Markt - Walbecker Markt 1 D - 47608 Geldern / Walbeck
Telefon +49 (0) 28 31 / 30 80 - Telefax +49 (0) 28 31 / 65 75 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!